Maria Frenzel-Weiner
1921 am 29. Dezember wurde Maria Weiner in Ohlau, Niederschlesien, als jüngstes von drei Kindern geboren.
1949 Heirat mit Helmut Frenzel
1950 Gründung der Volksmusikschule (VMS), organisatorischer Leiter Herr Baldovski. Maria Frenzel-Weiner war ab 1953 an der VMS Geigenlehrerin.
1951 Bestätigung als Leiterin der VMS durch die sächsische Bezirksverwaltung, Direktorin bis 1986
2006 am 10. Februar ist sie in Görlitz gestorben.
Sie war herzlich und beharrlich
Von Rolf Karbaum
Für drei Generationen von Görlitzer Musikern unvergessen: Maria Frenzel-Weiner. Archivfoto: SZ/Th. Fiedler
Am vergangenen Freitag ist Maria Frenzel-Weiner im Alter von 84 Jahren verstorben. Frau Frenzel-Weiner ist vielen Görlitzerinnen und Görlitzern als Gründerin und langjährige Direktorin der Musikschule Görlitz bekannt. Sie prägte drei Generationen von Schülern, pflanzte die Liebe zur Musik in sie ein. Sie war eine hervorragende Pädagogin, die mit Geduld und Liebe, aber auch mit der notwendigen Strenge und Beharrlichkeit ihre Schüler und später deren Kinder und zuletzt auch schon die Enkel bei ihren ersten Schritten in die Welt der klassischen Musik begleitete. Sie förderte Talente, weckte Ehrgeiz und ebnete den Weg für Musiker, die heute in großen Orchestern Deutschlands tätig sind. Viele Menschen haben mit großer Betroffenheit von ihrem Tod gehört, denn Frau Frenzel war eine Institution.
Eine Institution in Görlitz
Ihr verdanken wir auch die Gründung des „Kammerorchesters des Bezirkskrankenhauses Görlitz“ vor 42 Jahren. Hier versammelte sie ehemalige Schüler und Interessierte, die Freude am gemeinsamen Spielen hatten. Bald schon versammelten sich in diesem Kreis Eltern und deren Kinder, die gemeinsam ihr Hobby pflegten. Frau Frenzel verstand es, auch in den Jahren der Wende dieses Orchester zusammenzuhalten und auf den Weg in die neue Zukunft als „Niederschlesisches Kammerorchester“ zu begleiten. Und so wurde dieses Ensemble ein Stück ihres eigenen Lebens. Sie war der Mittelpunkt und gleichsam die Seele dieses Klangkörpers, in dem sie selbst bis zuletzt als Bratscherin mitwirkte. Sie organisierte Termine und Räume, Noten und alle notwendigen Details buchstäblich bis zum Ende ihres Lebens. Und wenn wir Spieler am Montagabend zur Probe kamen und unseren Platz einnahmen, hatte sie schon lange zuvor die Heizung im Raum aufgedreht, die Stühle und Pulte aufgestellt und die Noten verteilt. Jeden begrüßte sie freundlich, jedem hörte sie geduldig und aufmerksam zu, jeder konnte sie um ihren Rat bitten.
Und wenn es manchmal mit der Finger- oder Bogentechnik Probleme gab, dann lud sie den einen oder die andere zu sich nach Hause ein, um „Nachhilfe“ zu geben. Und niemand hat sich je dieser erfahrenen und verehrten Pädagogin widersetzt, sondern wir haben dankbar und gern von ihrem Wissen und großen Können profitiert.
Frau Frenzel hinterlässt in unserer Stadt eine große Lücke. Wir denken voller Dankbarkeit an die Zeit zurück, in der wir mit ihr zusammensein durften. Ihr ganzes Leben gehörte der Musik. Viele Menschen unserer Stadt werden ihr ein bleibendes Gedenken bewahren.
Der Autor ist Oberbürgermeister a. D. und Mitglied des Niederschlesischen Kammerorchesters.
Mittwoch, 15. Februar 2006
(Sächsische Zeitung)
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Freitag, 24. Februar 2006 (Sächsische Zeitung) Nachruf weckt Erinnerungen Annelies Beutner aus Niesky erinnert sich: Am 15. Februar las ich in der Sächsischen Zeitung den Nachruf zum Tod von Frau Maria Frenzel-Weiner aus Görlitz. Sofort kamen mir persönliche Erinnerungen an diese hervorragende Konzert- und Musik-Pädagogin ein. Es muss im Jahre 1954 oder 1955 gewesen sein, als alle damaligen Volksmusikschulen Ostsachsens (Görlitz, Löbau, Zittau und Niesky) in der Stadthalle Görlitz unter ihrer Leitung ein großes Konzert gaben. Ich nahm damals auch als Chormitglied daran teil. Für uns Kinder war das ein unvergessliches Ereignis, da wir erst getrennt in unseren Musikschulen fleißig probten und dann für drei Tage nach Görlitz fuhren (mit Übernachtung bei Gasteltern), um das Orchester und den großen Chor auf einen Nenner zu bringen. Für dieses Konzert wurde eigens eine Kantate komponiert. Alles klappte hervorragend. Frau Maria Frenzel-Weiner stand vorn in einem langen Kleid und dirigierte den großen Chor und das Orchester bravourös. Ein solches Großereignis hat es danach meines Wissens für Musikschulen in unserem Umkreis nie mehr gegeben. |



