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JEKI

Jedem Kind ein Instrument (JEKI)

Bereits seit 2005 ist die Musikschule Görlitz mit JEKI in Görlitz vertreten. Seit 2009 auch mit dem offiziellen JEKI des Freistaat Sachsens.
Dabei steht JEKI für die übergreifende Idee, allen Kindern im frühen Schulalter aktiven Zugang zur Musik zu ermöglichen.

„Jedem Kind ein Instrument” ist ein musisches Projekt der Musikschule in Kooperation mit der Grundschule. Der Musikunterricht der Grundschule wird auf diese Weise ergänzt. Beide Partner bringen ihre Kompetenzen in das Projekt gleichberechtigt ein. Es setzt jedoch eindeutig auf die Kernkompetenz der Musikschule: den Instrumentalunterricht und die Vorbereitung darauf.

„Jedem Kind ein Instrument” wendet sich explizit an alle Kinder: die Teilnahme im ersten Schuljahr ist kostenlos.

  • Die Kinder kennen und erkennen sicher verschiedene Instrumente. Sie sind in der Lage, die Instrumente richtig zu benennen und klanglich zu unterscheiden.
  • Die Kinder wissen um Spielweise, Aussehen und Beschaffenheit der Instrumente.
  • Die Kinder entwickeln instrumentenbezogene Präferenzen und Entscheidungskompetenzen.
  • Die Kinder üben sich im Umgang mit musikalischen Fachbegriffen, insbesondere bezogen auf die Instrumentenkunde.
  • Die Kinder entwickeln ein deutlich differenzierteres Musikhören (auch über den Unterricht hinaus).

JeKi ist so konzipiert, dass - der normale Musikunterricht an der Grundschule um wichtige Komponenten erweitert und ergänzt wird:

  • die Voraussetzungen für das Erlernen eines Musikinstrumentes geschaffen werden
  • der Instrumentalunterricht in kleinen Gruppen die Motivation und Leistungsbereitschaft des Kindes fördert
  • aktives Musizieren im Ensemble vielfältige emotionale und musikalische Erlebnisse schafft
  • eine optimale Anbindung an weiterführende Ausbildungsmöglichkeiten (Musikschule, Posaunenchor, Kantoreien, Musikvereine, private Anbieter) gewährleistet ist

Wenn Konzentration gut klingt

von Bettina Ernst-Bertram
Bildung. Die Musikschule führt Grundschulkinder an die Musik heran.

Erste Übungen: Alicia mit Flöte und Dennis mit Xylophon. In der Freien Evangelischen Schule gehört Musik jetzt zum Grundschul-Angebot.An der Freien Evangelischen Grundschule in Görlitz hat jetzt ein neues Projekt begonnen: „Jedem Kind ein Instrument“ heißt es. In Kooperation mit der Musikschule Johann Adam Hiller lernen 20 Kinder ab 6 Jahren in ihrer Schule das Spielen eines Instruments. Bald könnte in der Villa Witthoefft in der Otto-Müller-Straße ein kleines Orchester und eine Kinderband zu hören sein, hofft Rafael Deschka, der Schulleiter.

Kreativität fördern

„Vielleicht können die Kinder am Ende des Schuljahres bereits einfache Lieder im Orchester spielen.“ Für Elisabeth Konopka, die Lehrerin einer künftigen Streicherklasse in der Schule, ist es Neuland, für Görlitz ist es Neuland, dass hier beinahe klassenweise junge Schulkinder an Orchesterinstrumente der Musikschule herangeführt werden. Dabei sollen keine Mozarts herauskommen, sondern Kinder, die mit dem Musizieren gern etwas gemeinsam tun, die sich gut konzentrieren können und deren Kreativität gefördert wird.

Der Musikraum war am Donnerstag in der fünften Stunde mit zappelnden, neugierigen und auch erschöpften Erst- und Zweitklässlern gefüllt. „Ich möchte Keyboard spielen, das kann ich eigentlich schon, ich habe es mir selbst beigebracht seit zwei Wochen“, sagte der sechsjährige Timon auf die Frage, was er für ein Instrument spielen möchte. Mit diesem Selbstvertrauen ausgestattet starteten einige im „Blauen Salon“ der Schulvilla ihre musikalische Karriere. Hoch im Kurs standen bei den Kindern Gitarre, Flöte, Klavier und Schlagzeug. Auch Triangel. Im Laufe des ersten Jahres werden die Kinder in einem „Instrumentenkarussell“ mit den Musikschullehrern verschiedene Streich- und Blasinstrumente ausprobieren, erklärt Matthias Hauschild (Blechbläser), der die erste Stunde mitgestaltete. Auch werde mit Orffschem Schlagwerk gearbeitet. Gleich in der ersten Stunde wurden Viervierteltakte getanzt, von Flöte, Geige und Xylophon begleitet. Später können sich die Kinder für ein spezielles Instrument entscheiden.

Das Projekt „Jedem Kind ein Instrument“, dessen Idee Kati Kasper, die Leiterin der Görlitzer Musikschule, aus Bochum mit nach Görlitz brachte, wird von einer Stiftung finanziell gefördert. Mit einem Beitrag von 7,50 Euro pro Monat können deshalb auch der wöchentliche Unterricht und die Leihgebühr für Geige, Cello und andere Instrumente abgedeckt werden.

Sozialverhalten schulen

Auch in der 3. Klasse der Görlitzer Nikolaischule läuft seit Beginn des Schuljahres dieses Vorhaben „Jedem Kind ein Instrument“. Das regelmäßige Spielen eines Musikinstrumentes fördert nicht nur das Sozialverhalten und die Fingerfertigkeit, sagen die Musikpädagogen, es profitiert besonders auch der Bereich der räumlich-mathematischen Fähigkeiten von der regelmäßigen Beschäftigung mit Musik, belegt eine Studie des Neurowissenschaftlers Christian Gaser von der Universität Jena, der Gehirnlandschaften von Musikern und Nichtmusikern untersucht hat.

„Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder“. Die Volksweisheit fasst zusammen, dass am gemeinsamen Musizieren viel Gutes ist.

Dienstag, 20. September 2005
(Sächsische Zeitung)
http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=956292  

Was kann JeKi, was kann gemeinsames Musizieren bewirken?

Aktives und gemeinsames Musizieren fördert die Entwicklung unserer Kinder in vielen Bereichen des Lebens. Neben positiven Effekten für die geistige und emotionale Entwicklung und der Ausbildung sozialer Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Einfühlungsvermögen werden Selbstbewusstsein und Leistungsbereitschaft gestärkt.

1. Schuljahr

Kennenlernen und Ausprobieren verschiedener Musikinstrumente wie zum Beispiel Violine, Gitarre, Flöte, Horn, Saxofon, Klavier/Keyboard, Schlagzeug
Musikalischer Elementarunterricht
Am Ende des Jahres werden Eltern und Kinder durch erfahrene Pädagogen bei der Wahl eines Instrumentes beraten.

2. Schuljahr

Gruppenunterricht im Instrument nach Wahl
Konzert im Ensemble in der Schule
Am Ende des Jahres werden Eltern und Schüler über weiterführende Möglichkeiten der musikalischen Ausbildung beraten.

Kosten und Gebühren

Im ersten Schuljahr ist JeKi für alle Teilnehmer am Pilotprojekt kostenfrei. Im zweiten Jahr wird von den Eltern ein Jahresentgelt von 120.- Euro pro Kind erhoben. Sozialermäßigungen bis zu 100 Prozent werden auf Antrag gewährt.

Die Instrumente

Die Musikinstrumente werden vom Verband deutscher Musikschulen kostenfrei bereitgestellt. Im ersten Schuljahr verbleiben die Instrumente in der Schule, im zweiten Schuljahr dürfen die Kinder die Instrumente zum Üben mit nach Hause nehmen.

Der Unterricht

Der JeKi-Unterricht findet in beiden Schuljahren einmal wöchentlich in der Schule statt.

Die Kooperationspartner

Das Projekt startet im Schuljahr 2009/2010 als Kooperation zwischen dem Verband deutscher Musikschulen und ausgewählten Grundschulen sowie ihren jeweils zuständigen öffentlichen kommunalen Musikschulen. JeKi findet als fakultativer Unterricht in den Räumen der Grundschule statt. Die Musikschule entsendet erfahrene Pädagogen zur Durchführung des Unterrichts. Der Musikschulverband (VdM) ist zentraler Ansprechpartner für alle Kooperationspartner, Projektschulen und Teilnehmer.

Die Projektpartner

Zu den Projektpartnern zählen das Sächsische Staatsministerium für Kultus, das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, die Hochschule für Musik und Theater Leipzig und der Verband deutscher Musikschulen.
Das Projekt wird während der gesamten Laufzeit (2009 bis 2012) durch Wissenschaftler der Hochschule für Musik und Theater Leipzig begleitet und evaluiert. Die Forschungsergebnisse werden anschließend veröffentlicht und dienen als Grundlage für weitere nachhaltige Maßnahmen zur Stärkung der kulturellen Bildung.



Das Projekt „Jedem Kind ein Instrument im Freistaat Sachsen" wird finanziert aus Mitteln des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.