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Pecs

Görlitz grüßt Pécs
Von Susan Ehrlich
Besuch. Eine zehntägige Reise mit Proben und Konzerten führte das deutsch-polnische Jugendsinfonieorchester nach Ungarn.
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Die Musiker des deutsch-polnischen Jugendsinfonieorchesters probten im Schulzentrum in Pécs.Foto: Elke Hillert
Pécs ist eine sehr schöne Stadt, wunderbar restauriert und mit vielen Sehenswürdigkeiten“, sagt Elke Hillert. Die 18-jährige Görlitzer Gymnasiastin besuchte gemeinsam mit 35 weiteren jungen Musikern und sechs Lehrern über die Osterferien die europäische Kulturhauptstadt 2010 in Ungarn. Und sie ist begeistert; nicht nur von der Stadt, sondern auch von der Atmosphäre dort, den Leuten und deren enormer Gastfreundschaft.

Am Gründonnerstag ging die Reise los, die das deutsch-polnische Jugendsinfonieorchester Görlitz/Zgorzelec der Musikschule „Johann Adam Hiller“ e. V. diesmal nach Ungarn führte. Eine lange Fahrt würde es werden, wenngleich ein Zwischenstopp in Bayern geplant war. Todmüde und erschöpft kamen die jungen Leute in Pécs an.

„Viele von uns übernachteten im Schülerwohnheim des ungarisch-deutschen Schulzentrums in der Stadt“, erzählt Elke Hillert. Andere waren in Gastfamilien untergebracht.

Toller Blick vom Fernsehturm

Gleich am ersten Abend gab es „einen Berg“ Pizza, und alle waren froh, endlich ins Bett zu kommen. Zwischen Frühstück und Mittagessen standen täglich Register- und Orchesterproben auf dem Programm. Und Frühstück gab’s schon um 7.45 Uhr. Entspannung war dagegen eher an den Nachmittagen angesagt. „Wir sahen den Dom, den Theaterplatz, waren im Skulpturenpark und hatten vom Fernsehturm aus eine wunderschöne Aussicht“, sagt Claudia Scharf. Auch die 16-jährige Klarinettistin spielt seit einiger Zeit im Orchester mit und freut sich auf jede gemeinsame Reise. „Der Zusammenhalt ist prima“, sagt sie. Streit gebe es nur selten, und der sei meist schnell vergessen.

Wie Elke Hillert bringt auch Claudia Scharf viele angenehme Eindrücke aus Pécs mit zurück an die Neiße. Vor allem an das viele Essen wird sie noch lange denken: „Man hat uns dort richtig verwöhnt.“

Doch an Verständigungsproblemen habe das nicht gelegen. Im Gegenteil: „Die Schüler des Gymnasiums, an dem wir waren, sprechen alle sehr gut deutsch“, sagen die Mädchen. Das zeigte sich bereits beim ersten gemeinsamen Abend. Die polnischen und die deutschen Orchestermusiker hatten dazu ebenso wie die Ungarn Programmpunkte vorbereitet. „Es wurde vor allem gesungen, gespielt und natürlich gelacht“, sagt Elke Hillert. Höhepunkt der zehntägigen Reise waren jedoch die beiden Konzerte, die am vergangenen Freitag auf dem Plan standen. Eine Aufführung fand am Morgen in der Schule, eine zweite abends in einer Kirche in Pécs statt. Unter anderem Mozarts „Bastian und Bastienne“, Musik von Mendelssohn und Bach, Auszüge aus der Filmmusik von „Herr der Ringe“ und Ungarische Tänze spielte das deutsch-polnische Jugendsinfonieorchester.

Publikum machte munter mit

Unterstützt wurde es dabei vom Görlitzer Theater und von jungen ungarischen Musikern. „Die Kinder waren sehr aufmerksam und wurden von unserem Orchesterleiter Wolfgang Behrend immer wieder zum Mitmachen ermuntert“, erzählt Elke Hillert, die seit 2003 im Orchester Querflöte spielt.

Ihren Ausklang fand die Reise, die außer von der Robert-Bosch-Stiftung auch vom Görlitzer Lions-Club gefördert worden war, vorigen Sonnabend nach einer Weinverkostung für die Großen, Sportangeboten für die Jüngeren und einem bunten Abend für alle. Nachts begann der Bus seine Fahrt zurück nach Görlitz, wo die Jugendlichen am Sonntagnachmittag erschöpft, aber zufrieden ankamen.

Donnerstag, 27. April 2006
(Sächsische Zeitung)